Hepatitis C: Alles, was Sie wissen sollten
Lauren Dobischok
Epidemiologe
Lauren ist Gesundheitswissenschaftlerin und Wissenschaftskommunikatorin und lebt in den Niederlanden. Sie hat einen Masterabschluss in Gesundheitswissenschaften vom Niederländischen Institut für Gesundheitswissenschaften (NIHES) der Erasmus Universität Rotterdam mit Schwerpunkt Epidemiologie. Außerdem hat sie einen B.Sc. in Gesundheitswissenschaften von der Simon Fraser University. Mit ihrem Hintergrund im Bereich der öffentlichen Gesundheit ist es ihr Ziel, genaue wissenschaftliche Inhalte zu erstellen, die leicht verständlich sind und es den Menschen ermöglichen, fundierte Entscheidungen zu treffen. Bei Homed-IQ ist Lauren als Produktentwicklerin und Content Lead tätig und arbeitet eng mit Ärzten und Wissenschaftlern aus dem Bereich Medizintechnik zusammen, um die neuen Produkte und die schriftliche Kommunikation von Homed-IQ zu entwickeln.
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Inhaltsverzeichnis
Hepatitis C ist eine schwere Viruserkrankung, die vor allem die Leber angreift. Sie wurde erstmals in den 1980er Jahren als eigenständiges Virus bezeichnet und führt zu Entzündungen in der Leber, die langfristige Gesundheitsschäden verursachen können. Die Leber ist ein lebenswichtiges Organ, das wichtige Funktionen wie die Entgiftung des Körpers und die Verarbeitung von Nährstoffen erfüllt. Hepatitis C verläuft im Frühstadium oft symptomlos, so dass eine Früherkennung ohne Vorsorgeuntersuchungen schwierig ist. Weltweit sind etwa 50 Millionen Menschen von einer langfristigen (chronischen) Hepatitis-C-Infektion betroffen, und es gibt derzeit keine wirksame Impfung gegen diese Krankheit (WHO, 2024). In diesem Blog gehen wir darauf ein, was genau Hepatitis C ist, wie sie übertragen wird und welche Symptome und Behandlungsmöglichkeiten es gibt.
Inhaltsübersicht
- Was ist Hepatitis C?
- Wie wird Hepatitis C verbreitet?
- Was sind die Symptome bei Hepatitis C?
- Wie wird Hepatitis C diagnostiziert?
- Welche Menschen gehören zur Risikogruppe von Hepatitis C?
- Heilbarkeit und Behandlung von Hepatitis C
- Zusammenfassung
Was ist Hepatitis C?
Hepatitis C ist eine virale Infektion, die die Leber befällt. Der medizinische Begriff Hepatitis steht für “Leberentzündung”, und das “C” steht für das spezifische Hepatitis-C-Virus, das die Infektion verursacht. Man unterscheidet zwischen kurzfristigen, d. h. akuten, und langfristigen Infektionen, die zu Entzündungen und Schwellungen führen und das Lebergewebe schädigen können, so dass es nicht mehr funktionsfähig ist. Langfristige Infektionen können mit schwerwiegenden gesundheitlichen Problemen wie Zirrhose (= chronische Lebererkrankung mit Vernarbung und Funktionsverlust des Lebergewebes) und Krebs einhergehen. Zusätzlich zu Hepatitis C gibt es auch die Formen A und B, auf die wir später kurz eingehen werden (Mayo Clinic, 2023).
Hepatitis C und andere Formen:
Der Begriff Hepatitis umfasst grundsätzlich eine Gruppe von Krankheiten, die zu Entzündungen und Schäden an der Leber führen. Allerdings werden sie durch unterschiedliche Viren (A, B, C) verursacht. Die Tabelle gibt einen kurzen Überblick über die drei Formen und wie sie übertragen werden:
| Typ | Übertragung | Infektionsform |
| Hepatitis A | Kot (Fäkalien), infizierte (kontaminierte) Lebensmittel | Akut, klingt nach ein paar Wochen ab |
| Hepatitis B | Kontakt mit Blut, sexueller Kontakt, von der Schwangeren Mutter zum Kind über den Blutkreislauf | Akut und chronisch möglich |
| Hepatitis C | Blutkontakt | Meist chronisch (in 80% der Fälle) |
Von einer akuten Hepatitis C spricht man, wenn sich die Krankheit noch im Anfangsstadium befindet, bei der Symptome selten oder nur sehr leicht auftreten und innerhalb weniger Monate abklingen können. Bei der chronischen, d. h. langfristigen Hepatitis C verbleibt das Virus im Körper und schädigt die Leber weiter, was zu den bereits erwähnten Langzeitfolgen wie Zirrhose oder Leberkrebs führt (Cleveland Clinic, 2022).
Wie wird Hepatitis C verbreitet?
Hepatitis C wird durch direkten Kontakt mit infiziertem, d. h. mit Viren belastetem Blut übertragen. Die Übertragung des Virus von einer infizierten Person auf eine andere kann also durch Tätigkeiten erfolgen, bei denen Blut austritt. Dies geschieht häufig durch kleine Schnitte oder Verletzungen, die in den folgenden Situation auftreten können:
- Teilen von Spritzen: Verbreitet unter Drogenkonsumenten, die Injektionsnadeln gemeinsam verwenden.
- Von der Mutter auf das Kind: Übertragung während der Geburt von einer infizierten Mutter auf ihr Kind über den Blutkreislauf.
- Medizinische Geräte, die nicht ordnungsgemäß desinfiziert wurden: Wenn ein medizinisches Gerät zuvor bei einer infizierten Person verwendet und anschließend nicht keimfrei gemacht wurde, kann eine Übertragung auf die nächste Person erfolgen.
- Tätowierungen und Piercings: Das Risiko ist auf unzureichend sterilisierte Nadeln zurückzuführen.
- Bluttransfusionen und Organtransplantationen: Besondere Risiken vor den 1990er Jahren, als Blutprodukte nicht routinemäßig auf das Virus getestet wurden.
Die Übertragung durch Geschlechtsverkehr ist möglich, aber relativ selten. Das Risiko ist erhöht bei Sexualpraktiken, die wahrscheinlich zu Verletzungen führen. Der Gebrauch eines Kondoms wird immer empfohlen, besonders bei wechselnden Partnern (RKI, 2018).
Quelle: European Centre for Disease Prevention and Control, 2017
Wie wird Hepatitis C NICHT verbreitet?
Leider sind Missverständnisse und Stigmatisierung bei vielen Krankheiten eher die Regel als die Ausnahme, so auch bei Hepatitis C. In einer Studie wurde festgestellt, dass 95 % der Teilnehmer aufgrund ihrer Hepatitis-C-Diagnose in ihrem Alltag Stigmatisierung erfahren (Saine et al., 2020). Dies ist in den meisten Fällen auf mangelndes Wissen über die Übertragungswege, Angst vor Ansteckung und die Zuordnung von Hepatitis C zum Drogenkonsum zurückzuführen (WHO, 2024). Deswegen sollte man wissen, wie Hepatitis C nicht übertragen wird, um ein unterstützendes Umfeld zu schaffen und unnötige Sorgen zu vermeiden.
Hepatitis C wird nicht durch alltägliche Kontakte wie gemeinsames Essen oder Trinken, Umarmen, Händeschütteln oder Benutzen der gleichen Toilette übertragen. Auch durch Husten, Niesen oder Insekten kann das Virus nicht übertragen werden (Khatri, 2022).
Was sind die Symptome bei Hepatitis C?
Zu Beginn verursacht Hepatitis C oft keine Symptome, was ein frühes Erkennen erschwert. Bei einer akuten Hepatitis-C treten die ersten Symptome etwa nach ein bis drei Monate auf:

Quelle: eigene Darstellung hergeleitet von MedlinePlus, 2024
Unglücklicherweise treten bei einer chronischen Hepatitis-C-Infektion die Symptome erst auf, wenn die Krankheit bereits weit fortgeschritten ist und Komplikationen entstehen. Eine Hepatitis-C-Vorsorgeuntersuchung ist daher unbedingt empfehlenswert. Zu den Symptomen, die auf eine fortgeschrittene langfristige Infektion hinweisen, gehören Ödeme (Wassereinlagerungen in den Gliedmaßen), Aszites (geschwollener Bauch mit Flüssigkeitseinlagerungen) und unerwarteter Gewichtsverlust (MedlinePlus, 2024).
Wie wird Hepatitis C diagnostiziert?
Hepatitis-C wird in der Regel mit einem Bluttest (Anti-HCV-Test) diagnostiziert, bei dem auf Antikörper gegen das Hepatitis-C-Virus getestet wird. Ein positives Testergebnis kann sowohl auf eine frühere als auch auf eine aktuelle Infektion hinweisen. Fällt der Test positiv aus, werden weitere Tests durchgeführt, um eine aktive Infektion zu bestätigen. Dies ist wichtig, da bei etwa 30 % der Menschen, die mit dem Hepatitis-C-Virus (HCV) infiziert sind, die Infektion durch eine starke Reaktion des Immunsystems geheilt wird. Diese Menschen haben HCV-Antikörper im Blut, brauchen aber keine Behandlung. Zu diesem Zweck wird ein Hepatitis-C-Virus-RNA-Test verwendet, der das Vorhandensein des viralen Erbguts im Blut nachweist.
Je nach Gesundheitszustand, Symptomen und ärztlichem Rat gibt es weitere Diagnoseverfahren, mit denen sich feststellen lässt, wie stark die Leber bereits geschädigt ist. Dazu gehören z. B. ein Leberfunktionstest oder eine Leberbiopsie (Entnahme und Untersuchung einer Probe von Lebergewebe) (WHO, 2024).
Welche Menschen gehören zur Risikogruppe von Hepatitis C?
Ein höheres Risiko, sich mit Hepatitis C anzustecken, haben unter anderem Personen, die:
- sich Drogen spritzen und ihre Utensilien nicht richtig reinigen.
- vor Juli 1992 eine Bluttransfusion oder Organtransplantation erhalten haben.
- sich einer Nierendialyse unterziehen.
- berufsbedingt mit Blut oder infizierten Nadeln in Kontakt gekommen sind (medizinisches Personal).
- Tätowierungen oder Körperpiercings haben.
- in Gefängnissen gearbeitet oder gelebt haben.
- von einer Mutter mit Hepatitis C geboren wurden.
- an HIV erkrankt sind.
- in den letzten sechs Monaten mehr als einen Sexualpartner hatten oder eine Vorgeschichte mit sexuell übertragbaren Krankheiten haben.
- Männer, die Sex mit Männern haben oder hatten.
Quelle: CDC, 2023
Sie wollen sich selbst einen Überblick verschaffen?
Neben der Hepatitis C birgt auch die Hepatitis B erhebliche Risiken für die Leber und die allgemeine Gesundheit. Hepatitis B wird durch Blutübertragung und infizierte Körperflüssigkeiten übertragen und ist hoch ansteckend, vor allem durch sexuellen Verkehr. Ein entsprechender Test ist besonders empfehlenswert, wenn Sie ungeschützten Geschlechtsverkehr hatten oder häufig den Sexualpartner wechseln, um so mögliche Leberschäden frühzeitig zu erkennen. Neben einem Leberfunktionstest bietet Homed-IQ auch einen speziellen Hepatitis-B-Test an, mit dem das Hepatitis-B-Virus im Blut nachgewiesen werden kann.
Heilbarkeit und Behandlung von Hepatitis C
Hepatitis C wird heute hauptsächlich mit direkt wirkenden antiviralen Medikamenten (DAA) behandelt. Diese sind wirksamer, besser verträglich und erfordern eine kürzere Behandlungsdauer als ältere Therapien mit Ribavirin und Interferon, die nicht mehr empfohlen werden. Bei nicht schwangeren Erwachsenen und Kindern ab 3 Jahren umfasst die DAA-Therapie Proteasehemmer, Nukleosidanalogon-Polymerasehemmer und NS5A-Hemmer. Mit den heutigen Behandlungsmöglichkeiten können über 95 % der mit dem Hepatitis-C-Virus infizierten Personen innerhalb von 8–12 Wochen geheilt werden (CDC, 2025).
Eine weit fortgeschrittene Hepatitis-C-Infektion, die zu schweren Leberschäden oder Zirrhose geführt hat, kann eine intensivere medizinische Behandlung und in einigen Fällen eine Lebertransplantation erfordern (Cleveland Clinic, 2022).
Zusammenfassung
Hepatitis-C ist eine Virusinfektion, die hauptsächlich die Leber befällt und sowohl in akuter als auch in chronischer Form auftritt. Sie wird durch Blut-zu-Blut-Kontakt übertragen, z. B. durch gemeinsame Benutzung von Spritzen oder unsachgemäß sterilisierten medizinischen Geräten. Bei vielen Menschen treten zunächst keine Symptome auf, was eine frühzeitige Erkennung erschwert. Langfristige Folgen können schwere Leberschäden wie Zirrhose und Krebs sein. Die moderne Behandlung mit antiviralen Medikamenten hat hohe Heilungsraten, aber es gibt derzeit keine Impfung gegen Hepatitis-C.
Häufig gestellte Fragen
Wie zuverlässig sind die Tests?
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Quellen
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Clinical Overview of Hepatitis C | Hepatitis C. (2023, November 7). CDC. Retrieved June 26, 2024, from https://www.cdc.gov/hepatitis-c/hcp/clinical-overview/index.html
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Facts about hepatitis C. (2017, June 26). European Centre for Disease Prevention and Control. Retrieved June 26, 2024, from https://www.ecdc.europa.eu/en/hepatitis-c/facts
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Hepatitis C. (2024, April 9). World Health Organization (WHO). Retrieved June 26, 2024, from https://www.who.int/news-room/fact-sheets/detail/hepatitis-c
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Khatri, M. (2022, December 16). Hepatitis C Transmission: How Hep C Is Spread & Contracted. WebMD. Retrieved June 26, 2024, from https://www.webmd.com/hepatitis/hepatitis-c-protecting-others
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